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Letzte Änderung: Freitag, 7. Mai 2010

Die Beste der Besten …

… war gar nicht da: Toshiko Camus befand sich auf einer Studienreise in Südfrankreich. Und so durfte ihr Ausbilder Klaus Behr für die angehende Köchin den ersten Preis als Hamburgs TopTalent 2009 entgegennehmen. Das tat der Küchenleiter des Hotel Böttcherhof mit sichtlichem Stolz. Ganz ohne Worte der Siegerin ging es dann aber doch nicht ab: Nach der Preisverleihung am 18. April im Grand Elysée in Hamburg gelang es den Moderatoren, die Gewinnerin ans Telefon zu bekommen. "Natürlich freue ich mich!" und "Schade, dass ich nicht da sein kann." sagte sie und erhielt im Gegenzug einen tollen Applaus der 220 Gäste per Funk übertragen.

Der festliche Abend war der Höhepunkt des Wettbewerbs, der am 8. April seinen Anfang genommen hatte: Acht Nachwuchsköche der Hansestadt hatten sich als Teilnehmer des Wettbewerbs „Silberne Escoffierschale“ qualifizieren können und konnten ihr Können in drei Aufgaben unter Beweis stellen. Dieser Wettbewerb wird seit 48 Jahren vom Kochklub Gastronom veranstaltet. Neu war in diesem Jahr, dass der Berufsverband der Hamburger Köche damit gleichzeitig den besten Auszubildenden der Elbestadt ermitteln wollte. Prämiert werden sollte der oder die Beste sowie besten Einzelleistungen in den drei Aufgabenbereichen.

Und die Frauen waren ganz klar vorn: Neben der Hauptsiegerin konnten in den drei Einzelbereichen ebenfalls die Köchinnen punkten: Die beste Kochleistung zeigte Hanna Eckhoff aus dem Privathotel Lindnter. In der Laudatio wurde ganz klar ihr sauberer Stil gelobt. Im Verkaufsgespräch glänzte Florence Zwein aus dem Grand Elysée - und erhielt bei der Preisverleihung einen extralauten Applaus von allen Kollegen und Kolleginnen, die dafür in der Küche und im Service kurzfristig alles stehen und liegen ließen: Sie lernt in dem 5-Sterne-Haus. Und in der Bankettleistung trug Samira Nouissari den Sieg davon - strahlend wie alle ihre Kolleginnen kam sie zur Bühne und freute sich über die Anerkennung.

Den zweiten Platz als Top-Talent gewann Stefan Lange (Park Hyatt Hamburg). Unter den vorderen Plätzen war er der einzige Mann – und das wurde auch entsprechend mit Extra-Beifall gewürdigt. Dritte wurde Florence Zwein und gewann so das zweite Mal an diesem Abend.

Leer ging übrigens niemand aus: Auch alle anderen Teilnehmer wurden für ihre Teilnahme geehrt. Die vierten Plätze des Top-Talents erhielten als Dank und in Anerkennung je ein Kochmesser der Firma Dick.

Zwischen den Ehrungen sorgte Küchenchef Peter Sikora für das Wohl der Gäste und servierte ein viergängiges Menü. Der besondere Clou: Für das Menü wurde der gleiche Warenkorb wie für den Wettbewerb verwendet. Zudem bereicherte das Tanzensemble ars saltandi den Abend mit seinen Darbietungen.

Der rauschenden Party vorausgegangen war harte Arbeit: Am Mittwoch vor Ostern fiel um 15 Uhr der Startschuss: Im Vattenfall Kochstudio wurden die Kochplätze ausgelost und die jungen Leute erhielten den bis dahin unbekannten Warenkorb. Dann gab es einen kurzen Überblick über den Wettbewerbsablauf mit seinen drei Aufgaben: Kochleistung, Verkaufsgespräch und Bankettaufgabe.

Kochleistung

Um die Kochleistung des Nachwuchses zu beurteilen, mussten die jungen Leute aus dem Warenkorb ein dreigängiges Menü kreieren. Hauptkomponenten waren Tunfisch- und Rinderfilet, Rettich, Schneidebohnen, Rhabarber und Vanillestange. Für das Menü gab es eine halbe Stunde Vorbereitungszeit, dann ging es ab an den (Küchen-)Herd. Drei Stunden Zeit zum Kochen - unter den kritischen Augen der Jury.

Verkaufsgespräch

Während des Teilbereichs "Kochleistung" wurde jeder Teilnehmer für eine Viertelstunde zum Verkaufsgespräch gebeten. Diese Zeit musste in den Kochablauf eingeplant werden, jeder wusste, wann er "drankommen" würde. Die Aufgabe beinhaltete weit mehr als ein reines Verkaufsgespräch. "Um der Beste zu werden bedarf es besonderer Leistungen", so Kirsten Schwetje, Koordinatorin des Wettbewerbs, "Daher haben wir das gastorientierte Gespräch erweitert: Warenkunde, Wissen um die Hamburger Küche, Selbsteinschätzung in Bezug auf den gewählten Beruf - das wollten wir von den Kandidaten wissen." Bewertetet wurde von der Jury fachliches Know-how, Auftreten, kommunikative Fähigkeiten etc. Auch die Präsentation und der Geschmack der Menüs wurde begutachtet. Neben Heinz-Peter Menz bewerteten unter anderem Erich Häusler und Thies Möller die Wettbewerbsteilnehmer in dieser Kategorie.

Bankettaufgabe

Am Abend des Wettbewerbstages erhielten die Teilnehmer die Bankettaufgabe: Das Menü, das sie im Laufe des Tages gekocht hatten, sollte jetzt für 200 Personen kalkuliert werden. Zudem musste ein Ablaufplan für die Küchenbrigade geschrieben und drei weitere Planungsaspekte genannt werden. Für diese Aufgabe hatten die Teilnehmer eine Woche Zeit.

Neben dem großen ehrenamtlichen Engagement der Kochklubmitglieder wurde der Wettbewerb von Meiko, Vattenfall, Citti GV-Partner, dem Grand Elysée und Familie Block, F. Dick, dem Institute of Culinary Art, Rational, Grossmann, der Fresh Factory sowie der Walter und Margarete Müller Stiftung unterstützt.

Top-Talente

Platz

Name

Betrieb

1

Toshiko Camus

Hotel Böttcherhof

2

Stefan Lange

Park Hyatt Hamburg

3

Florence Zwein

Grand Elysée

4

Marco d'Andrea

KHH Süllberg

 

Hanna Eckhoff

Privathotel Lindtner Hamburg

 

Maximilian Keßler

Kempinski Hotel Atlantic

 

Stefanie Kreft

Gastronomie Pütter, Anglo German Club

 

Samira Nouissari

Alraune gGmbH

Gewinner der Einzelaufgaben

Aufgabe

Name

Betrieb

Bankettaufgabe

Samira Nouissari

Alraune gGmbH

Verkaufsgespräch

Florence Zwein

Grand Elysée

Küchenleistung

Hanna Eckhoff

Privathotel Lindtner Hamburg